Ab in den Norden!

Urlaub Januar 2026

So, da ist er endlich, der Winterurlaub. Ich bin am 29.12. zu meiner Schwester gefahren und habe mit ihr Silvester gefeiert. Am 2.1. bin ich dann weiter gefahren zu einer lieben Freundin, die in Braunschweig wohnt und von dort ging es dann weiter an die Nordsee.

Am 3.1. habe ich also um 9:51 Uhr in Braunschweig den IC in Richtung Norddeich Mole geentert, in der Hoffnung dann über Oldenburg und Sande bis Wittmund zu fahren und dort um kurz nach drei den Bus nach Carolinensiel zu bekommen. An sich ein guter Plan, aber es ist Winter. Damit konnte niemand rechnen, die Bahn sowieso nicht. Gut, es hat im Norden Deutschlands mehr geschneit und es war kälter als das üblicherweise der Fall ist, aber man hat ja Wettervorhersagen von gestandenen Meteorologen, da könnte man ja informiert sein und rechtzeitig nachsehen, ob die Gefahr besteht, dass Weichen einfrieren.

Die Bahn in ihrer unendlichen Weisheit hat das nicht getan und so sind prompt alle Weichen um den Bremer Hauptbahnhof eingefroren und das kurz bevor wir diesen Bahnhof erreichten. Bis zu dem Zeitpunkt waren wir übrigens höchst pünktlich unterwegs. Nun standen wir an der Haltestelle Bremen Sebaldsbrück in unserem IC und warteten, dass die Weichen aufgetaut würden. Freundlicherweise wurden die Türen geöffnet, so dass wir auf den Bahnsteig gehen konnten und uns die Füße ein wenig vertreten (oder eine rauchen). Für die Kinder war das sehr gut, die konnten im Schnee auf dem Bahnsteig herumtollen, das hat die Situation sehr entspannt. Ansonsten war das für alle Anwesenden eigentlich ein entspannter zweistündiger Extrahalt. Die einzigen, die etwas nervös wurden, waren die Leute, die dann noch nach Norderney weiter wollten, denn man muss da ja eine Fähre erreichen.

Nach zwei Stunden ging es weiter und wir fuhren in den Bremer Hauptbahnhof ein, in dem die Reisewilligen seit zwei Stunden standen und froren. Die waren deutlich ungehaltener als wir, die wir ja nichts weiter zu leiden gehabt hatten in unserem warmen Zug mit funktionierenden Toiletten und einem netten Menschen, der Snacks und Getränke verkauft hat. Für mich hat sich nicht viel geändert, denn ich musste bis Oldenburg, von da weiter nach Sande, dann nach Wittmund und von dort nach Carolinensiel. Die Verbindung war die gleiche, nur halt zwei Stunden später, kein Problem (dachte ich, aber Denken ist Glückssache).

Während der Weiterfahrt wurde dann auch mitgeteilt, dass dieser Zug nur bis nach Emden führe, was die Pläne einiger Reisender doch geringfügig durcheinander brachte und für die Ausgabe von Hotelgutscheinen sorgte. Ich stieg in Oldenburg aus dem Zug, der Anschluss nach Sande war pünktlich, der Anschluss dort nach Wittmund ebenfalls, alles wunderbar. Und dann stiegen wir in Wittmund aus. Inzwischen war es einigermaßen dunkel und auf dem Bahnsteig lag knöchelhoch Schnee. Das machte den Transport meines großen, schweren Koffers deutlich schwieriger, er hätte Kufen gebraucht statt Rollen. Nun, ich habe ihn dann doch über die Straße zur Bushaltestelle ziehen können und dann stand ich dort, sah mir die Straße an und dachte mir so, dass ich nicht glaube, dass da heute noch ein Bus drüberfährt. Ich wartete vorsichtshalber eine Viertelstunde über die eigentliche Abfahrtszeit hinaus – es kam natürlich kein Bus. Daraufhin habe ich ein Taxi nach Carolinensiel genommen – kostet 45 Euro, aber ich wollte wirklich nicht länger warten. Und wie recht ich doch hatte – der Busverkehr war nämlich eingestellt worden.

Auf dem Weg kamen wir an dem ersten Auto vorbei, das in den Graben gerutscht war. Unterwegs wehte der Schnee streckenweise wie Sand über die Straße. Hübsch anzusehen, aber nicht wirklich toll. Der Vorteil am Taxi war, dass der junge Mann, der mich gefahren hat, mir den Koffer die Treppe zu meiner Ferienwohnung hochgetragen hat. Eigentlich hätte ich gleich hinein gewollt, aber nachdem ich im Keyboy meine Nummer eingegeben hatte, machte es „Klack“, das Display des Keyboy zeigte an, mein Schlüssel wäre ausgegeben worden, aber in der Klappe lag nichts.

Daraufhin habe ich die Notfalltelefonnummer angerufen und den Hausmeister ans Telefon bekommen. Der sagte zu, dass er kommen wollte, das würde aber ungefähr 20 Minuten dauern. Ich habe mir dann den Koffer nach oben tragen lassen und dann auf dem Balkon vor dem Eingang zu meiner Wohnung hingestellt und bin dann wieder nach unten gegangen, um auf den Hausmeister zu warten.

Der kam dann auch, öffnete Keyboy, schüttelte verständnislos den Kopf und meinte, er wisse nicht, warum der Keyboy den Schlüssel nicht hergegeben hätte. Nunja, ich hatte meinen Schlüssel, habe die Tür aufgeschlossen, meinen Koffer in die Wohnung geschafft und mich erst einmal gefreut.

Danach bin ich noch kurz einkaufen gegangen und habe mir ein Abendbrot gemacht und mich entspannt aufs Sofa geflezt.

Sonntag war dann „Ruhetag“. Ich war nur kurz spazieren und nochmal einkaufen (ja, der Laden gegenüber hat sonntags offen!), ansonsten habe ich nichts unternommen.

Montag bin ich nach Esens gefahren, um ein paar Besorgungen zu machen. Das Meiste kann man tatsächlich in der Nähe des ZOB erledigen, dort gibt es eine Drogerie, einen Bäcker, die Apotheke ist auch nicht weit weg. Ich wollte dann noch zum Vape-Laden, weil ich noch Zubehör für meine Dampfe brauchte, also habe ich einen 20-minütigen Spaziergang gemacht und dabei festgestellt, dass es schon reichlich kalt ist! Den Vape-Laden habe ich dann auch gefunden, der hat aber nur dienstags und freitags geöffnet, also bin ich unverrichteter Dinge wieder zurückgelaufen, habe unterwegs aber ein paar nette Fotos gemacht.

Bär kalt, Bär friert!

Nachdem ich elend durchgefroren war, bin ich einfach in Krögers Hotel gegangen und habe gefragt, ob man mir freundlicherweise einen Kaffee verkaufen würde. Verkaufen nicht, aber die junge Dame meinte, ich dürfe mir gern aus dem Automaten im Frühstücksraum einen Kaffee holen und mich ein wenig hinsetzen und aufwärmen. Dabei konnte ich das Hotel näher in Augenschein nehmen und das hat sich gelohnt. Das ist ein wirklich sehr hübsches Hotel mit höchst freundlichem Personal.

Krögers Hotel hat ein paar visuelle Besonderheiten zu bieten, beispielsweise diesen Getränkewagen.

Danach war ich noch kurz in der Apotheke und bin dann mit dem Bus wieder nach Hause gefahren. Den restlichen Tag habe ich dann zuhause verbracht, man muss ja nicht immer alles auf einmal machen.

Am Abend bin ich dann nochmal in den Sielhafen gelaufen, denn dort ist der schwimmende Weihnachtsbaum und den musste ich ja dringend fotografieren.

Alte Bekannte trifft man immer gerne wieder!

Gestern war es mal wieder so weit, die alten Bekannten haben Erlangen besucht, ich war dort und was war das schön! Neben mir saß ein sehr begeisterter junger Mann, der deutlich textsicherer war als ich und tatsächlich das Meiste mitsingen konnte (ich selbst kann zwei Sachen sehr gut: Einsatz verpennen und Text vergessen). Wir haben uns sehr amüsiert und auch gut unterhalten. Ich fand es besonders schön, dass das ein Weihnachtskonzert war und damit auch einige Weihnachtslieder dabei waren – sowohl solche von der Band selbst (darunter eins, das ich wirklich nachfühlen kann), als auch „traditionelle“ Lieder, die wir dann auch alle mitsingen konnten (ich zumindest jeweils die erste Strophe). Das Konzert hatte zwei Teile, dazwischen eine Pause und beide Teile bestanden je zur Hälfte aus Weihnachtsliedern und „Ganzjahresliedern“.

Ich fand es auch toll, dass Björn dann noch ein paar Takte zum Thema Mitmenschlichkeit gesagt hat; er meinte, wir sind alle Menschen, egal wen wir lieben, wie wir aussehen, woher wir kommen. Das sollten wir immer im Gedächtnis behalten und, wenn wieder einmal Leute in der Fußgängerzone herumgeistern, die etwas anderes behaupten, sollten wir denen unsere Ansicht darüber auch sagen, damit sie nicht meinen, sie wären eine Mehrheit oder könnten uns einschüchtern. Recht hat er!

Auch die Tatsache, dass die alten Bekannten Misereor unterstützen, finde ich sehr schön. Wer das Hilfswerk unterstützen möchte, kann sich im Internet informieren: https://www.misereor.de/. Vor Ort konnten wir uns an dem kleinen Stand, der im hinteren Teil des Saals aufgebaut war, wo es dann auch CDs und Fanartikel gab. Nach dem Konzert gab es noch einen kleinen Afterglow und ein Meet and Greet, da habe ich mal Selfies mit allen gemacht, die ich hier mit den anderen Fotos veröffentliche, auch wenn ich von Fotos, auf denen ich zu sehen bin, nie wirklich begeistert bin.

Bleibt zu sagen: Wenn ihr die Gelegenheit habt, euch ein Konzert der alten Bekannten anzusehen, dann geht hin. Es lohnt sich sehr, das Publikum ist irgendwo zwischen sechs und achtzig, Spaß haben wirklich alle und es ist eine sehr familiäre Atmosphäre. Tourdaten findet ihr auf der Homepage der alten Bekannten.

Ich habe das jedenfalls sehr genossen und freue mich schon aufs nächste Mal.

Fasching!

Konfetti auf der Straße

(oder Karneval, oder Fastnacht, wie’s halt beliebt)

Ich habe zwei Wochen mit einem saublöden Virusinfekt auf der Nase gelegen und konnte nicht raus, da kam mir der Brucker Faschingszug in Erlangen gerade recht. Das Wetter war einfach phantastisch und also habe ich mich nach Bruck begeben, um mir das fröhliche Treiben mal anzusehen. Verkleidet war ich nicht – ich war ja allein unterwegs, da komme ich mir immer etwas blöd vor, also habe ich’s gelassen (aber wartet nur, nächstes Jahr kommt das weiße Makeup zum Einsatz, komme, was da wolle!).

Die Straße war voller Menschen in teilweise sehr phantasievollen Kostümen, da dachte ich, ich frage mal, ob ich fotografieren darf für dieses schicke Blog. Und siehe da, es gab tatsächlich viele Leute, die mir gern ihre Erlaubnis gaben. Vielen Dank Ihnen/Euch dafür, ich habe sehr viel Spaß dabei gehabt. Und hier sind jetzt die Ergebnisse meiner Bemühungen (teilweise nicht sooo supertoll, aber hey, ich bin ja auch keine Fotografin und es ging um den Spaß an der Freud).

Und heute war ich noch in der Stadt und habe da auch ein paar Fotos gemacht, weil es gar zu herrlich war.

Feines Futter für Weihnachten: Fondue bourgignonne

ein Fondue-Set als Symbolbild

Irgendwann Ende der 70er Jahre fiel meinem Vater das Buch „Die Fondue-Party“ in die Hände. Seitdem gab es bei uns zu Weihnachten immer Fondue bourgignonne mit selbstgerührten Sößchen. Diese Tradition habe ich über die Jahre weitergeführt und heutzutage kommen meine Söhne jedes Jahr zu Heiligabend zum Fondue essen, weswegen ich ebenfalls jedes Jahr die väterlichen Saucen rühre.

Nachdem mein Vater unsere Lieblingsrezepte im Laufe der Jahre auch ein bißchen umgeformt und angepaßt hat, habe ich beschlossen, sie der Weltöffentlichkeit hier zu präsentieren.

Abgesehen von den Saucen benötigt man noch: ca. 250 g Fleisch pro Person ca. 1/2 Stange Baguette (vom Bäcker, bitteschön!) pro Person (es sei denn, meine Söhne kämen zum Essen. Dann braucht man je eine ganze Stange und auch eher 300 – 400 g Fleisch). Wieviel man von den Saucen benötigt, kann ich beim besten Willen nicht sagen; bei uns bleibt jedesmal etwas übrig und es sind auch jedesmal Saucen vorzeitig alle – nur nie dieselben. Das hängt, wenn Sie mich fragen, von Tagesform und -geschmack ab. Die Saucen sollten möglichst ein Stündchen im Kühlschrank durchziehen, also bitte darauf achten, rechtzeitig anzufangen!
Zutaten Verarbeitung
Eine sehr pikante Sauce
  • 6 EL Sojasauce
  • 3 EL Zitronensaft
  • 3 TL Honig
  • 1 EL feingehackte Zwiebeln
  • 1 EL Curry
  • Pfeffer nach Geschmack
Alle Zutaten mit dem Schneebesen verrühren, bis sie gut vermischt sind.
Ingwersauce
  • 3 EL Sojasauce
  • 3 EL Tomatenketchup
  • 3 EL Ingwersirup
  • 1 EL Zitronensaft
  • weißer Pfeffer und Zucker nach Geschmack
  • 1 EL medium Sherry
  • 3 EL feingeschnittene Ingwerpflaumen
Ingwersirup ist das, worin die Ingwerpflaumen eingelegt sind, von daher braucht man sich hier keinen Wolf zu suchen. Die Zutaten gibt man bis auf die feingeschnittenen Ingwerpflaumen in ein Rührgefäß und verrührt sie schnell und heftig, bis die Sauce eine homogene Konsistenz hat (im Rezept steht: „mit dem Schneebesen zur Sauce peitschen“, naja, schnell und energisch rühren geht auch). Danach dann die geschnittenen Ingwerpflaumen beigeben und diese dann vorsichtig unterrühren.
Fruchtsauce
  • 3 EL Orangenmarmelade
    (am Besten von Chivers, lecker!)
  • 3 EL Moselwein
  • 1 TL scharfer Senf
Alle Zutaten ins Töpfchen und dann kräftig rühren.
Tomatensauce
  • 1 Döschen Tomatenmark
  • dieselbe Menge Weißwein
  • dieselbe Menge saure Sahne
  • 1 EL Öl (Sonnenblume, z. B.)
  • 1/2 EL Zitronensaft
  • 3 EL feingehackte Zwiebeln
  • 1 EL feingeraspelte rohe Sellerie
  • brauner Zucker
  • Oregano (frisch oder getrocknet)
  • Basilikum (frisch oder getrocknet)
Das Öl sollte nicht allzu geschmacksintensiv sein! Alle Zutaten ins Töpfchen und dann kräftig rühren.
Chili-Mayonnaise
  • 1 große Tasse Mayonnaise
  • 3 EL Joghurt
  • 3 EL Chili-Sauce
  • 1 TL Chili-Pulver (Cayennepfeffer)
  • 1 Zehe Knoblauch
Im Rezept steht, dass man das Saucengefäß mit einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe auswischen soll; das tue ich aber nie, sondern quetsche den Knoblauch durch die Presse und rühre ihn mit unter die Sauce. Auch hier gilt: Man mache es so, wie es einem am besten gefällt! Ansonsten gilt, was für die anderen Saucen auch galt: Ab ins Töpfchen und kräftig rühren, immer mit dem Schneebesen.
Apfel-Sahne-Meerettich
  • Ein Stück geriebenen Apfel
  • steifgeschlagene Sahne Meerettich
An den ungeheuer spezifischen Mengenangaben in diesem Rezept sieht man schon, dass es sich hier um eine Sauce handelt, deren Herstellung und Konsum reine Geschmackssache ist. Ich nehme meistens ca. 1/4 bis 1/2 Apfel (je nach Größe), etwa 3 – 4 EL steifgeschlagene Sahne (man darf gern ein bißchen mehr steifschlagen, der Grund folgt im nächsten Rezept) und bin mit dem Meerettich extrem vorsichtig, weil meine Männer es nicht gerne scharf mögen. Ein Teelöffelchen voll sollte es aber mindestens sein, sonst schmeckt man davon nichts.
Curry-Crème
  • Ein Stück geriebenen Apfel
  • steifgeschlagene Sahne
  • Curry nach Geschmack
Von den Mengenangaben her kann man sich ungefähr an das vorhergehende Rezept halten – abgesehen vom Curry, davon sollte es eher ein halber Teelöffel voll sein.

ein Fondue-Set als Symbolbild

Alte Bekannte

Da lief ich doch neulich so durch die Stadt und da hing da ein Plakat, das mir auffiel, weil „Alte Bekannte“ draufstand. Darunter stand, dass in der darauffolgenden Woche (nämlich heute) ein Konzert dieser Herren stattfinden sollte. Oh, dachte ich mir, hoffentlich gibt’s da noch Karten! Es gab noch welche und ich habe mir sofort eine gesichert, denn das sollte man sich nicht entgehen lassen, zumal ich mir schon die Wise Guys (das ist die Vorgängerband) immer gerne mal gönnen wollte und nie konnte, weil entweder keine Zeit oder kein Geld (meistens letzteres).

Ich habe eine große Schwäche für A capella und diese Band ist wirklich richtig gut, die Jungs singen nicht nur einfach mal so, da ist Herz und Humor drin – beides kann ich immer sehr gut brauchen. Und ich wurde mit einem wirklich großartigen Konzert belohnt! Wir hörten Neues, nicht ganz so Neues und auch ein wenig Altes, haben mitgeklatscht und mitgesungen, waren gerührt und amüsiert. Einfach schön.

Die Tour trägt den schönen Namen „Nix geht über live“ und es gibt dieses Jahr noch ein paar Konzerte. Die Jungs haben den Saal wirklich zum Kochen gebracht, wir haben viel gelacht und sehr, sehr viel Freude gehabt. Wenn ihr mal gucken wollt, ob das was für euch ist: Es gibt einen YouTube-Kanal, wo man mal reinspitzen kann, und auch auf Spotify kann man mal reinhören. Wenn ihr gerne lacht, gerne auch mal Leute singen hört, die was zu sagen haben und ein paar wirklich schöne, amüsante Stunden verbringen möchtet, empfehle ich euch diese Band dringend.

Ich sagte ja schon, dass ich nicht die begnadetste Fotografin dieser Welt bin, aber hier trotzdem ein paar Fotos:

Ja, und dann auch das noch:

Ingo und ich
Er wollte mich ja unbedingt mit drauf haben. Das hast du jetzt davon! ;oD

An der Nordsee gibt’s viel zu sehen!

Beitragsbild - "Angeln verboten" auf dem Bordstein im Yachthafen Harlesiel

Heute ist Samstag und es regnet. Das ist an der Nordsee nichts Verwunderliches, eigentlich hatte ich eher Glück, dass es bisher nicht geregnet hat. Also bin ich größtenteils in meiner Ferienwohnung geblieben, habe Fotos geordnet und war nur ein Stündchen zum Spazierengehen draußen. Da kann ich auch gleich noch über die letzten Tage schreiben.

Dienstag war ich recht früh in Esens, denn ich brauchte vernünftigen Tee und den gibt es beim Teehändler meines Vertrauens, dem Teekontor Ostfriesland. Ich bin um acht Uhr mit dem Bus losgefahren und war dann etwas zu früh in Esens, so dass ich noch einen kleinen Spaziergang gemacht und dabei ein paar Fotos gemacht habe. Hier ist die Galerie:

Mittwoch habe ich damit verbracht, auf meinen Koffer zu warten und am Donnerstag hatte ich Besuch von einer Bekannten, die ich in der Reha kennengelernt habe. Wir sind losgedüst und haben uns ein Teechen und eine Friesentorte im Tüdelpott gegönnt, danach sind wir spazierengegangen, denn die Torte hat viel (sehr viel!) Sahne und da sollte man für Bewegung sorgen, sonst setzt sie an.

Gestern war ich nach einem sehr ausführlichen Spaziergang zum Harlesieler Strand im Groot Hus des Sielhafenmuseums. Das Museum verteilt sich über drei Häuser, neben dem Groot Hus noch das Kapitänshaus und die Alte Pastorei. Man kann sich die Eintrittskarten einzeln kaufen oder eine Kombikarte lösen; was an der Kombikarte charmant ist, ist die Tatsache, dass man dann nicht an einem Tag durch alle Häuser hechten muss, sondern über mehrere Tage verteilt seinen Horizont erweitern und wirklich viel über den Sielhafen, die Schifffahrt und das Leben der Menschen in den Ansiedlungen um die Sielhäfen lernen kann. So stehen Kapitänshaus und Alte Pastorei für die nächsten Tage auf meinem Programm – es eilt ja nicht. Hier ein paar Fotos vom Spaziergang.

Die Ausstellung im Groot Hus zeigt die Entwicklung des Sielhafens, des Handels und des Schiffbaus von den Anfängen über die Blütezeit bis zum Abstieg in die Bedeutungslosigkeit als Hafen und den Umbau in ein Zentrum für Tourismus. Es ist eine sehr sorgfältig gestaltete, abwechslungsreiche Ausstellung, in der man nicht nur einfache Gerätschaften, Dioramen und Schiffsmodelle sieht, sondern auch interaktive Elemente wie Filme und Fotos auf Bildschirmen betrachten kann. Dazu gibt es auch öfter mal einen kleinen Lautsprecher, auf dem man sich kurze Abschnitte aus Geschichten über die Gegend hier anhören kann.

Was ich besonders schön fand, war, dass die Gestalter sich sehr viel Mühe gegeben haben, die Ausstellung vor allem auch für Kinder interessant zu machen. Man findet immer zwischendurch Aufforderungen, etwas zu tun, etwas anzufassen und hier und da findet man auch ein Tischchen mit Malzeug, wo die Kinder das Gesehene nachbearbeiten können.

Ich habe in der Ausstellung ein paar Fotos gemacht – nicht zu viele, denn ich möchte tatsächlich gern neugierig machen und nicht den Besuch „ersparen“.

Abends bot das Museum dann eine Führung durch den Sielhafen an mit einem Besuch in der alten Pastorei, wo die geologische Entwicklung der Marsch gezeigt wurde. Dass der Führer tatsächlich in Kulturgeographie und -geologie ausgebildet ist, war ein echter Pluspunkt und seine Begeisterung für das Thema machte die knapp zwei Stunden sehr kurzweilig. Wenn jemand so eine Führung mal mitmachen möchte: Die ist natürlich nicht im Museumsbesuch enthalten, klar. Ich habe, weil ich nicht im Vorverkauf lösen wollte, 12 € gezahlt, was meiner Ansicht nach ein sehr guter Preis für dieses Erlebnis war. Nachdem ich die Alte Pastorei sowieso noch einmal besuchen werde und es draußen zu dunkel war, gibt’s davon keine Fotos.

Der Regentag heute kommt mir da auch ganz gut zupaß, denn ich war gestern wirklich viel auf den Füßen, deshalb ist ein „Ruhetag“ gar keine schlechte Idee. Dann habe ich morgen wieder Energie für neue Erlebnisse.

Kofferhoffer

Ein Stapel Koffer

Bevor ich jetzt endlich meine Pläne für diesen Urlaub verwirkliche, gibt’s noch einen kleinen Rant zum Thema „Gepäckservice der Deutschen Bahn“, denn das war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art.

Nachdem ich meinem Bandscheibenvorfall das Gewicht meines Koffers nicht zumuten wollte, habe ich den Gepäckservice der Deutschen Bahn in Anspruch genommen; die Deutsche Bahn arbeitet dazu mit Hermes zusammen. Kostenpunkt: 16,90 €, wenn man kein dediziertes Zeitfenster bucht – dann kommt der Koffer allerdings irgendwann zwschen 8 und 18 Uhr. Das wollte ich schon deshalb nicht, weil das Büro meines Ferienwohnungsvermieters, wo der Koffer angeliefert werden sollte, erst ab 10 Uhr öffnet und um 17 Uhr wieder schließt. Also habe ich für die  Anlieferung des Koffers ein Zeitfenster für 5,00 € zugebucht, so dass der Koffer am 15.10. zwischen 10 und 13 Uhr ankommen würde.

Der 15.10. kam, es wurde 13 Uhr, wer nicht kam, war mein Koffer. Die Sendungsverfolgung, die angeboten wird, gibt leider nur Auskunft darüber, dass sich der Koffer in Zustellung befindet, nicht aber, wie das bei anderen Lieferunternehmen wie DHL oder DPD üblich ist,  darüber, wo sich das Fahrzeug befindet, so dass man abschätzen kann, wann der Lieferfahrer denn eintrudelt.  Das ist ein echtes Defizit.

Auf der Gepäckservice-Website gibt es eine Telefonnummer, unter der man Hermes anrufen und sich erkundigen kann. Da habe ich dann so gegen 15 Uhr das erste Mal angerufen. Dummerweise haben die dort beschäftigten Hotliner auch keine wesentlich besseren Informationen darüber, wo der Fahrer ist und wann er denn käme. Das Einzige, was diese Menschen der Online-Abfrage voraus haben, ist die Tatsache, dass sie sagen können, dass der Fahrer sich verspätet. Nicht schön.

Und so ging die Zeit ins Land. Um 17 Uhr habe ich mich dann draußen vor die Tür gesetzt und bis 18 Uhr auf den Fahrer gewartet, der nicht kam, was mich einigermaßen unamüsiert zurückließ. Am nächsten Morgen warf ich einen Blick in die Sendungsverfolgung: Mein Koffer befand sich in Zustellung und es hatte am vorherigen Tag um 19:21 Uhr einen Zustellversuch gegeben. Und also habe ich noch einmal bei der Hermes-Hotline angerufen. Dort erklärte mir eine nicht übermäßig freundliche Dame, dass mein Koffer zwischen 8 und 18 Uhr ausgeliefert werde, genauer könne sie mir das auch nicht sagen und das Lieferzeitfenster sei ja für den vorherigen Tag gebucht worden, da hätte man niemanden angetroffen, deswegen wäre das heute nicht mehr gültig. Aha.

Daraufhin habe ich bei der Bahn angerufen, auch nicht zum ersten Mal, das hatte ich am Vortag schon einmal gemacht. Nachdem ich mich also dort durch die gefühlten 1000 Ansagen gelauscht hatte, hatte ich eine deutlich freundlichere Dame am Telefon, der ich mein Leid klagte. Die war mit mir der Meinung, dass Kundenservice irgendwie doch anders aussähe und empfahl mir, eine Mail zu schreiben an den Fahrkartenservice. Das tat ich dann auch, woraufhin ich eine Autoreply erhielt, die mich bat, davon abzusehen, mich nach dem Fortschritt meiner Anfrage zu erkundigen, man würde mein Anliegen schon bearbeiten. Aha.

Es wurde Mittag, ich rief nochmal bei Hermes an. Da bekam ich dann noch eine Mailadresse, an die ich auch dort noch einmal eine Beschwerde loslassen konnte. Ich saß ja nun allein in meiner Ferienwohnung und hatte keine saubere Unterwäsche mehr, also hatte ich Wut im Bauch und nichts anderes zu tun, und habe folglich auch dorthin eine  Beschwerde losgelassen. Hier gab es noch nicht einmal eine Autoreply. Aha.

Es wurde 17 Uhr, kein Koffer. Damit war klar, dass ich wieder unten warten musste und auch wenn die Damen von Hermes mir im Brustton der Überzeugung versichert hatten, dass der Koffer ganz bestimmt bis 18 Uhr geliefert würde, habe ich mir schon gedacht, dass das länger dauern würde. Gegenüber vom Büro des Vermieters steht vor einem Bekleidungsgeschäft ein Strandkorb, da habe ich mich, bewaffnet mit einem Kissen für den warmen Allerwertesten, einem Buch und meinem Handy hineingesetzt und gewartet.

Ich mach’s jetzt kurz: Um 19:15 Uhr traf der Fahrer endlich ein. Er war des Deutschen nicht mächtig, also haben wir auf Englisch kommuniziert. Ich habe ihm mitgeteilt, was ich von dem Kundenservice halte, ohne ihm dabei einen Vorwurf zu machen – er plant die Route ja nicht, das ist der Disponent (und wenn ich den je in die Finger bekomme, kann er was erleben, ernsthaft). Er hat die Information mit Fassung entgegengenommen und zur Schonung meiner Bandscheibe dann den Koffer auch die Treppe in meine Ferienwohnung hinaufgetragen.

Fazit: Ich bin sehr am Überlegen, ob ich den für die Rückreise gebuchten Gepäckservice nicht lieber storniere. Empfehlen kann ich diesen „Service“ nicht, denn Hermes ist der Eigentümer des Koffers von Herzen egal (der Kunde bin hier ja nicht ich, sondern die Deutsche Bahn) und die Bahn reagiert auf Beschwerden eher mal sozusagen nicht.

Ich bin gespannt, ob ich wenigstens die 5 € für das nicht eingehaltene Zeitfenster (30 Stunden Verspätung ist schon ein ganzer Happen) wiederbekomme. Und ich glaube, ich storniere den „Service“ für die Rückfahrt.

Eine Empfehlung kann ich jedenfalls nicht aussprechen und die  Mitarbeiter bei meinem Vermieter auch nicht. Deren Kommentar zum Thema: „Ja, mit Hermes gibt es immer Schwierigkeiten, das erleben wir hier ganz oft. Da nehmen Sie besser einen anderen Versender, auch wenn das mehr kostet.“ Aha.

Nachtrag: Wir schreiben inzwischen den 19.10.2024; auf meine beiden Beschwerden habe ich – abgesehen von der Autoreply – keinerlei Antwort erhalten. Ich habe dann tatsächlich den Rückversand storniert, denn mir ist dieser „Service“ unter diesen Umständen einfach zu teuer.

Endlich Urlaub!

Holzbank, auf der Mannis Bank steht, darüber ein rotes Schild, das auf den Fluchtweg hinweist

Ostfriesland ist eine Gegend, die ich innig liebe, vor allem im Herbst. Und also habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, in Hannover übernachtet und bin dann heute morgen weitergefahren nach Carolinensiel. Hier war ich vor zehn Jahren schon einmal und ich habe gestaunt, wie sehr sich dieses ehemals verschlafene Örtchen verändert hat. Der Tourismus um diese Jahreszeit hat offensichtlich heftig angezogen, so alleine wie das letzte Mal bin ich nicht. Nunja, Nordrhein-Westfalen und Hessen haben Herbstferien, da ist es verständlich, wenn die beiden Wochen von den Eltern schulpflichtiger Kinder genutzt werden.

Holzplastik, die einen Mann darstellt, der gerade fotografiertIch bin jedenfalls froh, wieder hier zu sein und habe heute nachmittag, nachdem ich dann ein wenig eingekauft hatte, einen kleinen Spaziergang (und ein paar Pläne) gemacht. Ich war unten am Hafen, wo ich ein paar Fotos gemacht habe und morgen werde ich wohl das Sielhafenmuseum besuchen. Vorher möchte ich noch nach Esens, denn dort ist  mein Tee-Dealer, das Teekontor Ostfriesland bei dem ich meinen Tee üblicherweise bestelle und mir nach Erlangen schicken lasse. Da kann ich auch mal persönlich vorbeischauen und mich eindecken.

Hier gibt’s Fotos von meinem Spaziergang (sie sind nicht übermäßig gut, ich bin diesbezüglich nicht sehr begabt und mein Handy ist auch mein einziger Fotoapparat – aber man kann doch ein bisschen was erkennen). Der Fotograf links steht am Hafen, man geht auf ihn zu, wenn man zu den Segelbooten hinuntergeht, die dort liegen.

Ein Segelboot im Hafen, auf dem zwei Fahrräder liegen
Segelboot

Die beiden Fahrräder auf dem Segelboot fand ich bemerkenswert – man kann sich eine ganze Geschichte dazu ausdenken, wie die Leute, denen das Boot gehört, sich aufs Fahrrad schwingen, wenn sie irgendwo ankommen und die Gegend erkunden, was sie vielleicht sehen könnten, wenn sie unterwegs sind und was sie wohl davon halten.

Aus den restlichen Fotos mache ich eine kleine Galerie:

 

Deadpool and Wolverine

Kinoleinwand, vor der sich ein blauer, von unten angestrahlter Vorhang öffnet.

Ich komme gerade aus dem Kino, denn unser örtliches Filmtheater hat Deadpool and Wolverine heute, am Sonntag, um 10:50 Uhr angeboten, ich bin gerade mit einer wirklich üblen Erkältung durch und huste noch ein wenig und ich dachte mir, dass in der Vorstellung bestimmt sehr wenig Leute sein würden und ich mich weit von den anderen Leuten weg setzen könnte (das hat auch geklappt). So habe ich knapp 30 Euro ausgegeben für das Ticket und eine große Portion Nachos mit drei Töpfchen Käsesauce und habe mich ins Vergnügen gestürzt. Damit die Erinnerung nicht verblasst, dachte ich mir, ich schreibe dann hier eben auf, was es zu erzählen gibt (und ich tue mein Möglichstes, um nicht zu spoilern).

Vorneweg: Wer gut genug Englisch versteht, sollte sich unbedingt die Originalversion antun. Ich habe auf Deutsch synchronisierte Trailer gesehen und die Synchronisation ist mit Sicherheit nicht schlecht – sie kann aber nicht ans Original heranreichen, allein schon wegen Ryan Reynolds. Der Mann hat eine unverwechselbare Stimme und ein Timing, das einfach unschlagbar ist. Das geht, wenn man nach den Trailern geht, leider in der Übersetzung ein Stück weit unter; Deutsch ist eben wirklich eine völlig andere Sprache, hat ein anderes Timing und das alles lässt sich leider nicht hundertprozentig übersetzen.

Ich habe mir die Originalversion angetan und hatte gut zwei Stunden  ausgesprochen amüsante Unterhaltung. Deadpool war ja schon immer eine sehr blutige Angelegenheit und auch hier haben die Kunstblut- und Flughirn-Hersteller sehr, sehr gut verdient. Es fliegt auch einiges in die Luft und die computergenerierten Effekte sind, wie von Marvel nicht anders zu erwarten, wirklich fabelhaft. Ansonsten lebt der Film tatsächlich von Ryan Reynolds‘ quirliger Darstellung, den witzigen Mono- und Dialogen und von einigen Überraschungen.

Man darf sich auf einige sehr unerwartete, aber angenehme Überraschungen freuen, vor allen Dingen eine ganzen Reihe von Cameo-Auftritten, mit denen man nicht wirklich gerechnet hätte. Das Marvel-Universum ist groß und sehr vielfältig! Es gibt ein paar sehr witzige Seitenhiebe, die nicht unbedingt wahrnehmbar sind, wenn man die eine oder andere Vorgeschichte nicht kennt, aber das macht nichts, der Film unterhält sehr mühelos und leichtfüßig.

Insgesamt ist dieser Film solide, sehr gut gemachte Unterhaltung. Er hüpft durch die etwas mehr als zwei Stunden wie Deadpool durch eine Blumenwiese. Der Film wird voraussichtlich keinen Oscar gewinnen, aber er beansprucht den Zuschauer auch nicht mit dem Versuch mehr zu sein, als er ist und dafür bin ich persönlich sehr dankbar. Es gibt auf die gesamte Filmlänge nichts Überzogenes, gewollt Künstlerisches und das Werk bleibt, was es offensichtlich immer sein wollte: Eine herrliche Klamotte mit vielen wirklich sehr gut gemachten Kampfszenen, die nicht wirklich für schwache Nerven geeignet sind und zum Ausgleich viel Witz und auch einigem an Esprit.

Ich habe den Film sehr genossen und empfehle ihn wärmstens allen, die diese nicht ganz ernsthaften Superheldenfilme mögen.

Schulsportfeste

Bild von einem Sportplatz, hauptsächlich die Laufbahn

Auf Bluesky gibt es gerade eine Diskussion zum Thema „Sportfest“. Der Auslöser war ein Post, in dem jemand erzählte, dass es im Sportfest der Schule jetzt keine Platzierungen und Sieger mehr gäbe, sondern nur noch Teilnehmer, weil es die Schwächeren diskriminieren könne, wenn andere viel besser seien. Es wurde nach Meinungen gefragt und ich habe eine.

Wenn eine Schule ein Sportfest veranstaltet, hat sie mehrere Möglichkeiten:

a) Schüler, die teilnehmen möchten, melden sich an für Wettbewerbe in den Sportarten, die sie bevorzugen.

Das kann dazu führen, dass es für Wettbewerbe keine oder nur wenige Teilnehmer gibt und es war übrigens mein einziger von einer Platzierung gekrönter Erfolg – ich habe in der Grundschule einmal den Wettbewerb im Skilanglauf gewonnen, weil ich die einzige Teilnehmerin war.

Es birgt also Nachteile für die Schule, so zu verfahren. Für die Schüler hat das den Vorteil, dass niemand, der sich an den Wettbewerben nicht beteiligen möchte, das tun muss und somit auch niemand verpflichtet ist, sich zu blamieren. Insofern wäre das meine bevorzugte Methode.

b) Alle Schüler sind zur Teilnahme verpflichtet.

Das kann dazu führen, dass exterm unsportliche Schüler (wie ich) regelmäßig an diesen Wettbewerben scheitern. Hier sehe ich die Schulen und auch die Elternhäuser in der Pflicht, denen, die scheitern, zu helfen, einen Umgang damit zu finden.

Damals, als ich noch jung war, mussten wir jährlich an den Bundesjugendspielen teilnehmen und wir haben es kollektiv gehasst. Der Ablauf war, dass wir an einem Schultag sämtlich auf dem Sportplatz auftauchen mussten und uns im 100-m-Sprint, Weitspringen und Schlagballwerfen (also einen Ball von ca. 5 cm Durchmesser so weit werfen, wie wir konnten) messen. Es mag sein, dass da noch andere Sportarten dabei waren, meine Erinnerung an diese Ereignisse ist nicht mehr sehr deutlich, weil es auch nicht wichtig war. Wir haben für unsere Leistungen Punkte bekommen und am Ende haben wir Urkunden ausgehändigt bekommen, die unsere Teilnahme bestätigten. Es gab zwei Arten von Urkunden, je nachdem, wie viele Punkte man bekommen hatte.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, ein Wettbewerb mit verpflichtender Teilnahme. Wenn eine Schule so etwas veranstaltet, ist sie meiner Ansicht nach verpflichtet, die Schüler im Rahmen des Sportunterrichts darauf vorzubereiten. Die Schüler müssen wissen, dass die Teilnahme das Ziel ist, nicht das Gewinnen des Wettbewerbs. Sie müssen lernen, sich mit denen, die gewinnen, über den Erfolg zu freuen. Und besonders wichtig: Sie müssen lernen, dass eine schlechte sportliche Leistung kein Grund ist, Mitschüler zu schikanieren.

Verpflichtende Wettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, Kindern zu zeigen, dass jeder Stärken und Schwächen hat und dass jede davon einen Wert in sich hat. Deswegen finde ich, dass selbst bei verpflichtenden sportlichen Wettbewerben die Erfolgreichen auch geehrt werden sollten – mit Urkunden, eventuell einer kleinen Medaille oder ähnlichem. Man kann den übrigen Teilnehmern auch eine Kleinigkeit in die Hand drücken, als Anerkennung für die Teilnahme. Was man in meinen Augen nicht tun sollte: Den Erfolgreichen den Erfolg mindern oder nehmen (das beraubt sie auf lange Sicht der Motivation) und den Erfolglosen die Möglichkeit nehmen, den Erfolg anderer anzuerkennen und sich mit ihnen zu freuen.

Boshaftigkeiten hat es schon immer gegeben und ich denke nicht, dass es möglich ist, das aus den Menschen herauszuerziehen; ich denke, dass Boshaftigkeit etwas ist, was Menschen ebenso innewohnt wie Gutartigkeit. Und so finde ich, dass es wichtig ist, dass schon Kinder lernen, damit umzugehen.

An dieser Stelle noch etwas zum Thema Schule allgemein: Ich bin ja nun vor sehr langer Zeit zur Schule gegangen und habe später die Elternseite mitbekommen (auch das ist jetzt schon eine ganze Weile her, mein Großer ist 31, der Kleine 28 Jahre alt). Und ich habe selbstverständlich meine Kämpfe zu führen und sicherlich viel zu kritisieren gehabt. Was mich etwas schockiert hat, als meine Kinder zur Schule gingen, war die Tatsache, dass die Lehrer ihren Erziehungsauftrag so vollumfänglich von sich gewiesen haben. Sie haben sich als Bildungsvermittler gesehen und nichts sonst. Das gehört zu den Dingen, die ich nicht verstehen kann.

Eltern können ihren Kindern eine Auswahl an Verhaltensweisen beibringen, die sie für wichtig und nützlich halten, wenn man sich innerhalb der Gesellschaft bewegen möchte. Die meisten Eltern tun das auch. Ob diese Auswahl nun mit den Regeln, die in einer größeren Gemeinschaft, wie es eine Schule ist, übereinstimmt oder ob diese Auswahl für diese größere Gemeinschaft ausreichend ist, ist eine andere Sache. Eine Schule ist, so wie ich sie verstehe, eine Übungsumgebung auch für eine andere soziale Umgebung als es die Familie ist. In der Schule lernen Kinder also nicht nur Deutsch, Mathe, Sachkunde und dergleichen, sondern sie lernen auch, wie man sich Menschen gegenüber verhält, die man nicht oder nicht so gut kennt wie die eigenen Familienmitglieder. Sie lernen, mit Aktionen und Reaktionen anderer umzugehen, die ihnen fremd sind. Das ist in meinen Augen ein ganz wichtiger Aspekt, den Schule vermitteln soll und muss.

Gerade der Unterricht in den „Begabungsfächern“ (MuKuTu – Musik, Kunst, Turnen) ist hier ein extrem wichtiger Aspekt. Dort lernt man, damit umzugehen, dass angestrengtes Arbeiten einen eben nur bis zu einem bestimmten Punkt bringt, dass hier und da eine Begabung notwendig ist und man lernt, anzuerkennen, dass andere besser sind als man selbst. Gerade Sport kann auch, wenn der Unterricht gut ist, Teamgeist lehren, aufeinander zu achten, miteinander zu arbeiten. Das ist etwas, was in den übrigen Fächern gerade wegen der Systematik, die an unseren Schulen herrscht, weit ins Hintertreffen gerät. Dort wird ständig verglichen, dort ist Zusammenarbeit größtenteils unerwünscht, dort schreibt jeder seine Hausaufgabe, seine Schulaufgabe, seine Klausur oder Prüfung allein und ist auf das Wissen angewiesen, das er sich angeeignet hat. Da wird Einzelkämpfermentalität gelehrt und damit auch Missgunst. Da kann Sport und auch ein Sportwettbewerb einen Ausgleich und einen Perspektivwechsel schaffen – es kommt halt immer sehr auf die Leute an, die unterrichten.

Und so laste ich es tatsächlich vor allem den Erziehern, die die Lehrer in meinen Augen sein müssen, an, wenn Schwächere in der Schulumgebung tatsächlich diskriminert werden, weil sie nicht die Leistung bringen (können), die andere bringen. Wenn das an einer Schule passiert, sollte man meiner Meinung nach nicht die Ehrung der Erfolgreichen abschaffen, sondern mit der gesamten Gemeinschaft daran arbeiten, Diskriminierung (Mobbing, Schikane, wie immer man es nennen will) zu sehen, zu benennen und zu beenden. Ich bin der Ansicht dass das geht. Es ist halt wirklich Arbeit – und nicht jeder Erzieher will diese Arbeit leisten.